[Juenger-list] [Jünger-Rundbrief] Helmuth Kiesels grosse Jünger-Biographie heute erschienen

Tobias Wimbauer wimbauer at web.de
Mon Aug 20 11:00:16 EDT 2007


Liebe Jünger-Freunde,

es ist mir ein Vergnügen zu vermelden, dass die Ernst Jünger-Biographie von Helmuth Kiesel erschienen ist und heute mit der Auslieferung begonnen wurde.

Eine Leseprobe gibt es hier: http://www.randomhouse.de/book/excerpt.jsp?edi=199404

Beste Grüsse rundum,
Ihr / Euer
tw



Helmuth Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie
Siedler (August 2007)
Sprache: Deutsch
Umfang: 720 Seiten, 15,0 x 22,7 cm
ISBN-10: 3886808521
ISBN-13: 978-3886808526
Preis: € 24,95 [D] | € 25,70 [A] | SFr 43,90 (UVP)

Der Verlagswerbetext:

Ernst Jünger – der umstrittenste Schriftsteller des 20. Jahrhunderts

Der Schriftsteller Ernst Jünger war eine Jahrhundertgestalt. Geboren im Kaiserreich und gestorben erst nach der Wiedervereinigung , spiegelt sein Leben wie kaum ein zweites die zentralen Wendungen und Widersprüche der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Zehn Jahre nach Jüngers Tod schildert Helmuth Kiesel lebendig und kenntnisreich Jüngers Leben und Werk im Kontext seiner Zeit.

Ernst Jünger (1895–1998) hat stets polarisiert und fasziniert, weil er sich in kein Schema fügt: Er war ein typischer Bildungsbürger und zugleich ein Feind des Bürgertums. Er war ein unermüdlicher Arbeiter und experimentierte mit Drogen. Er galt als der Exponent des rechten Konservatismus und wurde trotzdem für manche Achtundsechziger »eine Art Geheimtipp, umgeben von der Aura des intellektuell Obszönen«, wie Joschka Fischer einmal bemerkte.
Berühmt und berüchtigt sind Jüngers ästhetisierende Darstellungen von Krieg und Gewalt, die ihm den Ruf einbrachten, ein Militarist zu sein und dem Nationalsozialismus den Weg bereitet zu haben. In der Tat vertrat Jünger in den zwanziger Jahren extreme nationalistische und anti-liberale Positionen, vom NS-Regime distanzierte er sich jedoch schon vor Hitlers Machtübernahme im Jahr 1933. In seiner Biographie entwirft Helmuth Kiesel ein neues Bild dieser großen Reizfigur des 20. Jahrhunderts. Er führt die intellektuelle und ästhetische Reichhaltigkeit seiner Schriften vor Augen, ohne deren brisante politische Implikationen zu unterschlagen. Die erste Biographie, die den umstrittensten deutschen Autor weder hofiert noch verteufelt – sondern ihm im wahrsten Sinne des Wortes gerecht wird.

»Dass er schreiben kann, erst das macht ihn gefährlich.«
Klaus Mann über Ernst Jünger, 1930

»Bedenke ich meine eigene linksradikale Biographie, so kreuzte Jünger mehrmals meinen Weg. Sowohl Ernst Jünger als auch Carl Schmitt galten bereits während der Studentenrevolte im SDS als eine Art intellektueller Geheimtip, umgeben von der Aura des intellektuell Obszönen. Denn es waren Faschisten, zweifellos, und dennoch las man sie mit großem Interesse. Je militanter sich die Revolte gestaltete, je mehr der ›Kämpfer‹, der ›Fighter‹ in den Vordergrund trat, desto sinnfälliger wurden die Parallelen. Später, als längst die ›Subjektivität‹, die ›Politik der ersten Person‹ angesagt war, da las man wiederum Ernst Jünger, diesmal den Drogen-Jünger. Und noch später, als der Klassenkampf endgültig Don Juan oder fernöstlicher Erleuchtung gewichen war, da starrte das neulinke Dritte Auge auf den kosmischen Jünger, von Jüngers Affinität zur vorindustriellen Welt und seiner Zivilisationskritik ganz zu schweigen.«
Joschka Fischer, 1982


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