[Juenger-list] EJ und das Geld

Henning Herrmann-Trentepohl henning.herrmann-trentepohl at web.de
Mon Jan 23 06:10:32 EST 2006


Sehr geehrter Herr Wahe, liebe Listenteilnehmer,

mit der deutschen Literatur und dem Geld Ende des 19. Jahrhunderts ist das so eine Sache. Eigentlich gibt es keine Texte, die den Börsenboom nach 1871 und seine Mechanismen auf eine Zola vergleichbare Weise analytisch verarbeiten. Am einschlägigsten wäre vielleicht Friedrich Spielhagens Roman "Sturmflut" (1877), der sich aber auch eher kritisch mit den Auswirkungen beschäftigt (Neureiche etc.). Hier gibt die Titelmetapher bereits die Stossrichtung des (seinerzeit vielgelesenen) Buches wieder: eher die Artikulation einer unbestimmten Furcht vor dem plötzlichen Reichtum als Analyse.

Doch gleich eine Warnung: die Ausgabe von "Sturmflut", die momentan im Handel ist, ist stark gekürzt! Man wird also auf das Antiquariat zurückgreifen müssen. Im Internet gibt es den Text unter http://www.buecherquelle.com/spielhag/sturmflt/sturmflt.htm

Sozusagen "indirekt" wird man natürlich auch auf jeder Seite bei Fontane und Raabe fündig, was die o.a. Auswirkungen angeht.

Zum Thema "EJ und das GELD" fällt mir noch "Aladins Problem" ein. Hier geht es doch um die Entwicklung eines recht erfolgreichen Bestattungsunternehmens: ein sehr hintergründiger Text übrigens und unbedingt zur Lektüre empfohlen!

Gruss in die Runde und einen angenehmen Wochenbeginn!

Henning Herrmann-Trentepohl (Bonn/Bochum)



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